17.04.2018, 19:06
(17.04.2018, 11:58)Thomas schrieb: Es ist unmöglich, liebend zu sein und sich angegriffen zu fühlen, weil Liebe vollkommenen Schutz bietet und es so etwas wie Angriff dann nicht gibt.
Liebe ist ein Zustand vollkommener Sicherheit und das, was du jetzt Angriff nennst, wird dann nicht als Angriff gesehen sondern als ein Mangel an Liebe und ein Mangel an Liebe kann nur durch Liebe beseitigt werden.
Weil Liebe den Liebenden und das Geliebte umfasst, ist es gerade die Liebe , die aus allem das EINE macht. Angriff aber trennt.
Wenn du dich angegriffen fühlst, hast du offensichtlich entschieden, dich nicht zu lieben. Ja, sich dann zu bemühen, zur Liebe zurückzukehren ist natürlich richtig aber dass du Angriff wahrgenommen hast zeigt auf, dass du dich selbst verlassen hast, weil du selbst nur Liebe bist.
Daher irrst du dich wenn du glauben solltest, es sei irgendwie natürlich, sich angegriffen zu fühlen, denn absolut jede Situation wird nur durch die Liebe gesehen, wenn die Liebe bleibt und Angriff ist der Verlust der Liebe.
Von Angriff hattest du gesprochen, und das griff ich ganz allgemein auf.
Nun denn, für mich ist alles sehr facettenreich und wird immer facettenreicher......
Es stimmt zwar, dass Angriffe tatsächlich an einen abprallen können, aber für mich gibt es dennoch gerechtfertige Gegenwehr, nähmlich wenn es für uns um z.b. Existenzielles geht. Ein Mann der mich gerade eben vergewaltigen will und bereits übergriffig wird, den greife ich in dem Moment an, PUNKT!
Hinterher kann ich die Ruhe selbst sein, innerhalb kürzester Zeit gelingt es mir im Frieden zu sein. Es gibt Gewaltakte die sich nur mit Gegenangriff abwenden lassen.
Das was meist von Spirituellen angeprangert wird, ist nicht die Gegenwehr als solche, selbst E.T. (u.andere) sagen, dass ein entschiedenes NEIN zu gewissen Menschen und Situationen angebracht sein kann, und auch sachlich zu schildern was jeweils schief läuft, also die Auseinandersetzung bzw., das was dir missfällt auszudrücken - sondern das Nachhaltige in dir selber, das was dich nicht wieder in Frieden, vergessen/vergeben und für dich in Liebe sein lässt. Das kann ebenso bedeuten, dass man Konsequenzen aus einmal gemachte Erfahrungen zieht. Wenn ein Besuch mir jedesmal meine Börse klaut, wenn er bei mir war, dann lade ich ihn halt nicht mehr ein.
Auch diese Art der Gegenwehr ist für mich ein Ausdruck von Liebe zu mir selbst und dem Leben. Genauso wie ein Angriff, wie der Versuch einer Vergewaltigung, sehr wohl als das was er ist wahrzunehmen ist, und nicht mit, "dieser Mensch ist bloß nicht in Liebe - ich fühle keinen Angriff" abgetan und damit großer Schaden an einem selbst in Kauf genommen würde. Bullshit! Das selbe gilt für andere Situationen in denen du merkst, es bedeutet für dich nichts Gutes.
Natürlich kenne ich aber auch Angriffe die mir am Popo vorbei gehen, und mich einfach nicht tangieren, wo ich den Mangel oder den Schmerz beim anderen wahrnehme, und zwar den Angriff auf der anderen Seite wahrnehme, aber mich nicht angegriffen fühle, klar, aber, und das ist eben was ich immer wieder sage; diese ganzen weisen "Sprüche" sind halt nicht zu verallgemeinern oder auf alles im Leben über einen Kamm zu scheren.
Die Fähigkeit der Differenzierung kommt mit den Erfahrungen und der Bewusstheit.
(17.04.2018, 11:58)Thomas schrieb: Dieses NEIN ist nicht wie ein Nein, das aus Ablehnung kommt, und sich zu wehren ist Ablehnung. Dieses NEIN sieht nur, dass da keine Liebe ist und will sich zu dem hin ausdehnen, was keine Liebe ist.
Klar, für dich ist wehren ja auch Krieg, Verfolgung und Hetzjagt. Für mich nicht, das hatte ich doch gesagt.
Wehren kann für mich sein, dass ich z.B. einen Widerspruch gegen ungerechtfertigte Vertragsänderungen einlege, und/oder gegen Vertragsbruch vorgehe. Oder ich wehre mich gegen etwas das meine Freiheit einschränkt, z.B..etc. s.o. Ich wehre mich dagegen, jawoll!
Ich würde meinen, dass ausnahmslos jeder Mensch verletzlich ist, egal ob man es Angriff oder Currywurst nennt, jeder Mensch fühlt sich hin und wieder verletzt. Das zu bestreiten wäre Größenwahnsinn. Ein Samarpan, ein Ramana oder sonst wer, und niemand hat das je bestritten, soviel ich weiß. Jeder!
Für dich mag es die Abwesenheit von Liebe sein, und für mich sind liebende Menschen genauso verletzlich wie alle anderen, die es oftmals gar nicht bis in die Tiefe ihres Inneren wahrnehmen. Sie sind sogar (phasenweise) dünnhäutiger, eben aufgrund ihrer inneren Offenheit. Mit einer Spiritualität die den Körper nicht ausschließt wird der Mensch durchlässiger und ist dadurch erst recht berühbar(er). Wer den Körper/die Körperlichkeit ausschließt betreibt Spiritual-Bypassing. (Der Prozess der mit Erwachen einhergeht ist äußerst organisch/körperlich.)
Ich hatte Videos dazu u.a. von Edgar Hofer eingestellt. Aber, ich denke, dass alles was den Körper betrifft und mit einschließt, dich weniger interessiert. Mir scheint du hälst dich da lieber im Geiste und/oder in Theorien auf.
(17.04.2018, 11:58)Thomas schrieb: Eine konkrete Situation, die auf jeden Fall Liebe ausdrückt, lässt sich nicht denken. Man kann zwar sagen, was Liebe nicht ist, aber was Liebe ist, kann man nicht sagen.
Nee, ich meine ganz konkrete Situation wo du tatsächlich angegriffen wirst, aber so richtig und nachhaltig und dich in Liebe und NICHT angegriffen fühlst! Diese Beispiele meinte ich. Du bist für mich mehr oder weniger ein Theoretiker, wenn du nicht am Beispiel aufzeigen kannst wie du das was du hier ständig "predigst" auch ins Leben umsetzt. Wo ich doch weiß, wie empfindlich du oftmals reagieren kannst, und du selber eingestehst, dass auch einiges für dich (zu) schmerzhaft ist. Wie sollte da ein Mensch je immer und zu 100% in Liebe bleiben? Liebe bedeutet daher auch; Nein, Stop, oder oder oder.....