24.08.2015, 11:19
Zitat:Das Ziel des Neo-Advaita mag oberflächlich dasselbe sein, das Verständnis bzw. das Konzept ist aber ein Einseitiges, Einäugiges. DAS ist das Problem, dass sie das "Zweite" einfach nur eliminieren, anstatt es einzuschliessen.
Also die Aussage von Roland erstaunt mich. Ich habe keine Kenntnis davon, dass es irgendeine Vorgehensweise im Advaita gibt, die auch noch schnell zu Einheitserlebnissen führen soll. Es wird aber gesagt, dass das Verweilen im "Ich Bin" der direkteste und schnellste Weg dazu sei.
Anmerkung meinerseits dazu: Das mag auch stimmen, allerdings ist das Auftauchen des "Ich Bin" bereits ein fortgeschrittenes Stadium und somit gibt es für viele zunächst einiges zu tun, um diese Empfehlung überhaupt umsetzen zu können.
Zitat:das Konzept ist aber ein Einseitiges, Einäugiges. DAS ist das Problem, dass sie das "Zweite" einfach nur eliminieren, anstatt es einzuschliessen.
Es wird dich sicherlich nicht wundern, dass ich dir da nicht zustimme. Die Idee, den Schatten zu integrieren setzt voraus, dass man Licht und Schatten nebeneinander unter einen Hut bringen kann und genau das ist unmöglich. Schatten ist nichts, das irgendeine Realität besitzen könnte sondern ist nur Nicht-Licht. Was wird da also wo integriert, was soll da eingeschlossen werden?
Schatten ist das was entsteht, wenn Licht fehlt und spirituelle Wege bestehen nicht darin, Schatten zu behalten und nebenher auch Licht zu haben. Das ist eben nichts anderes als das Beibehalten von Dualität und eine Einheitserfahrung wird sich nie einstellen. Die Wahrheit ist nun mal einäugig. Zwei Herren kann man nicht dienen. Entweder man erkennt, dass Licht real ist, Schatten aber nicht oder aber man macht dann eben diesen Versuch, zwei Herren zu dienen.
Leider - es ist ist hier eine ganz klare Entscheidung zu treffen und die bedeutet, die Anhaftung an den Schatten aufzugeben und nicht, ihn in irgend einer Weise zu behalten.